MED in Mainz

Raucherentwöhnung

01.02.2017

Raucherentwöhnung

von Dr. David Semmler

Nutzen Sie die Unterstützung aus der MED und gewöhnen Sie sich jetzt das Rauchen ab!

Etwa ein Drittel der Deutschen Bevölkerung über 15 Jahre raucht regelmäßig. Pro Tag rauchen sie 263 Millionen Zigaretten, 11 Millionen Zigarillos und Zigarren, 91 Tonnen Feinschnitt-Tabak und 2 Tonnen Pfeifentabak.

Zu den durch das Rauchen ausgelösten Erkrankungen zählen unter anderem Erkrankungen der Lunge (z.B. COPD und Lungenkrebs), Erkrankungen des Herzkreislaufsystem (z.B. Herzinfarkt und Schlaganfall) und weitere Krebserkrankungen. Man schätzt alleine für Deutschland 140.000 vorzeitige Tode durch tabakassoziierte Erkrankungen. Auch Passivrauchen kann diese Erkrankungen auslösen, sodass man in Deutschland von mehr als 3000 vorzeitigen Todesfällen „nur“ durch Passivrauchen ausgeht.

Eine der wichtigsten Präventionen tabakassoziierter Erkrankungen stellt die Tabakentwöhnung dar.

Natürlich macht der Verzicht auch dann Sinn, wenn eine Erkrankung bereits besteht, um ein Fortschreiten zu verhindern.

Der Rauchstopp hat eine ganze Reihe positiver Effekte:

  • Nach 20 Minuten sinkt der Blutdruck
  • Nach 8 Stunden geht der Anteil des Kohlenmonoxid (CO) im Blut auf das normale Niveau zurück
  • Nach 24 Stunden verringert sich das
  • Risiko von Herzanfällen
  • Nach 48 Stunden verbessern sich der
  • Geruchs- und Geschmackssinn
  • Nach 2 Wochen bis 3 Monaten stabilisiert sich der Blutkreislauf und die Lungenfunktion verbessert sich um bis zu 30 %
  • Nach 1 bis 9 Monaten gehen Hustenanfälle, Kurzatmigkeit sowie Müdigkeit zurück. Die Flimmerhärchen in den Atemwegen funktionieren wieder normal. Die Infektanfälligkeit des Körpers vermindert sich.
  • Nach 1 Jahr sinkt das erhöhte Risiko einer Koronaren Herzkrankheit auf die Hälfte des Risikos eines Rauchenden.
  • Nach 5 Jahren sinkt das erhöhte Risiko eines Schlaganfalls die Hälfte des Risikos eines Rauchenden.
  • Nach 10 Jahren sinkt das erhöhte Risiko an Lungenkrebs zu sterben auf die Hälfte des Risikos eines Rauchenden.

Auch die Risiken einer Krebserkrankung in der Mundhöhle, Luftröhre, Speiseröhre, in den Nieren oder in der Bauchspeicheldrüse sinken.

Nikotin vermittelt sowohl eine körperliche als auch eine psychische Abhängigkeit. Aus diesem Grund ist es wichtig, bei der Raucherentwöhnung auf beide Aspekte einzugehen. Die Kombination aus medikamentöser Therapie und psychologischer Betreuung hat einen deutlich größeren Erfolg, als eine der Maßnahmen alleine.

Zur Beurteilung des Rauchverhaltens eignet sich der Fagerström-Test:

Wann nach dem Aufstehen rauchen Sie Ihre 1. Zigarette?

  • Innerhalb von 5 min - 3 Punkte
  • innerhalb von 6-30 min - 2 Punkte
  • innerhalb von 30-60 min - 1 Punkt
  • Es dauert länger als 60 min - 0 Punkte

Finden Sie es schwierig, an Orten,
wo das Rauchen verboten ist, das Rauchen sein zu lassen?

  • Ja - 1 Punkt
  • Nein - 0 Punkte

Auf welche Zigarette würden Sie nicht verzichten wollen?

  • die erste am Morgen - 1 Punkt
  • andere -  0 Punkte

Wie viele Zigaretten rauchen Sie durchschnittlich pro Tag?

  • 30 - 3 Punkte
  • 21-30 - 2 Punkte
  • 11-20 - 1 Punkt
  • 0-10 - 0 Punkte

Rauchen Sie in den ersten Stunden nach dem Erwachen im Allgemeinen mehr als am Rest des Tages?

  • Ja -  1 Punkt
  • Nein - 0 Punkte

Kommt es vor, dass Sie rauchen, wenn Sie krank sind und tagsüber im Bett bleiben müssen?

  • Ja - 1 Punkt
  • Nein - 0 Punkte

AUSWERTUNG

  • 0-2 Punkte: geringe Abhängigkeit 

  • 3-5 Punkte: mittlere Abhängigkeit 

  • 6-7 Punkte: starke Abhängigkeit

  • 8-10 Punkte: sehr starke Abhängigkeit

Etwa 2/3 aller Raucher würden gerne mit dem Rauchen aufhören, einen realistischen Versuch starten allerdings nur etwa 30 %. Wichtig ist es, den Patienten zu motivieren (siehe Tab. 3).

Die 5-R-Regel

  • Relevanz (Warum ist es wichtig, aufzuhören?)
  • Risiken (Was sind die Folgen des Rauchens?)
  • Riegel (Was hindert mich daran, aufzuhören?)
  • Reize (Vorteile des Rauchstopp)
  • Repetition (Wiederholen der Motivation)

Es gibt nicht-medikamentöse und medikamentöse Arten der Unterstützung beim Rauchstopp. Zu den nicht-medikamentösen Maßnahmen wird bereits das Gespräch gezählt. Darüber hinaus gibt es eine ganze Reihe von Nichtraucherprogrammen, welche meist auf verhaltenstherapeutischen Ansätzen basieren.

Die Teilnahmegebühren werden zumindest teilweise von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Weitere Maßnahmen sind beispielsweise Hypnose und Akupunktur. Anhand der Datenlage müssen allerdings beide Verfahren als wirkungslos angesehen werden.

Gibt es Medikamente zur Tabakentwöhnung?

Zur medikamentösen Unterstützung der Tabakentwöhnung stehen die Nikotinersatztherapie, Vareniclin und Bupropion zur Verfügung. Die Kosten hierfür werden im Allgemeinen nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Was ist eine Nikotinersatztherapie?

Bei der Nikotinersatztherapie wird Nikotin auf alternativen Wegen zugeführt, beispielsweise durch Pflaster, Kaugummi oder Mundspray.

Kann es mir helfen, eine E-Zigarette zu nutzen?

Die Elektronische-Zigarette wird aktuell von der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie nicht zur Raucherentwöhnung empfohlen.

In Einzelfällen kann es jedoch sinnvoll sein, Ihren behandelnden Arzt auf diese Methode anzusprechen.

PRAXIS-KONTAKT

Bei Fragen oder für eine persönliche Beratung können Sie sich an die Praxis für Pneumologie in der MED wenden:

Pneumologische Gemeinschaftspraxis
Dr. med. Dagmar Gillmann-Blum, Lungenfachärztin, Dr. med. David Semmler, Facharzt für Innere Medizin und Pneumologie

MED Facharztzentrum
Wallstr. 3
55122 Mainz

Anmeldung:
06131 / 23 38 83

Anmeldung für Privatversicherte:
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